Berufe
„Ich gebe toten Tieren ein zweites Leben“
Tote Tiere faszinieren Bram van Leeuwen schon seit seiner Kindheit. Er hat eine Ausbildung zum Präparator gemacht und will sich in Coldam mit einer eigenen Werkstatt selbstständig machen.
Was und warum
Darum geht es: Bram van Leeuwen versucht, tote Tiere so zu präparieren, dass sie lebendig aussehen.
Vor allem interessant für: Jäger, Tierfreunde und alle, die sich für die Natur interessieren.
Deshalb berichten wir: In den vergangenen Jahren hat diese Zeitung schon häufiger über das ungewöhnliche Hobby von Bram van Leeuwen berichtet. Jetzt hat sich der 19-Jährige bei uns gemeldet und uns erzählt, dass er jetzt seine Ausbildung abgeschlossen hat und sein einstiges Hobby zu seinem Beruf machen will. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
Strenge Gesetzeslage in Deuschland
„Bei uns ist die Gesetzeslage streng“, sagt er, „ein überfahrenes Reh dürfte ich selbst nicht einfach von der Straße nehmen und es präparieren. Das wäre Wilderei.“ In der Ausbildung sei es einfacher gewesen, an verendete Tiere zu kommen. „Wir haben dort Spenden von Zoos und Tierparks bekommen, zum Beispiel einen Nasenbären und sogar einen Löwen. Das war schon faszinierend“, erzählt er. Gemeinsam mit anderen Auszubildenden habe er in der Zeit einen Wolf präpariert. „Der war bei einem Autounfall verendet.“
Nichts für Zartbesaitete
Die größte Herausforderung sei es, das Tier in einer naturgetreuen Haltung so zu präparieren, dass es so echt und lebendig wie möglich aussieht – wie der Fuchs, an dem Bram van Leeuwen gerade arbeitet. Rund um das Maul des Tiers stecken Nadeln. „Sie verhindern, dass die Haut sich beim Trocknen zusammenzieht. Das würde dann nicht mehr schön aussehen“, erklärt er.
Der erste Arbeitsgang ist nichts für Zartbesaitete. Der 19-Jährige schneidet den Körper auf und zieht den toten Tieren die Haut mit dem Fell oder dem Gefieder ab. „Die Haut wird von Fett und Muskelgewebe befreit und anschließend gewaschen und gegerbt.“ Um den Körper des Präparats zu formen, verwendet der 19-Jährige PU-Schaum. Manchmal arbeitet er aber auch nach der alten Methode. Er greift zwei Hände Holzwolle aus einem Karton und umwickelt sie mit wenigen Griffen mit einem Draht – fertig ist das Innenleben, beispielsweise für einen Vogel.
Wunderwerke der Natur
Für ihn habe seine Arbeit mit der Achtung vor den toten Tieren zu tun. „Ich erweise ihnen gegenüber Respekt, indem ich sie mit dem Präparat erhalte – bei guter Pflege für die Ewigkeit.“ Auch mit dem eigenen Tod hat sich Bram van Leeuwen auseinandergesetzt. „Ich habe mich daher als Körperspender registrieren lassen.“