Spenden
Fluthilfe-Transporte von LsV kommen ins Stocken
Der Verein Land schafft Verbindung hilft derzeit Landwirt-Kollegen in den Flutgebieten mit Futterspenden. Weil Geld für Diesel fehlt, droht den Spendentransporten nun eine Zwangspause.
Wiesmoor - 119 Lkw, vollbeladen vor allem mit Futterspenden, haben die Bauern des Vereins Land schafft Verbindung (LsV) in den vergangenen Wochen an Landwirte in den Flutgebieten an der Ahr geschickt. Insgesamt wurden fast 5000 Rundballen von ostfriesischen Bauern an die betroffenen Kollegen geliefert.
„Am vergangenen Wochenende bekamen wir große Unterstützung durch eine Spedition aus Hamburg mit Niederlassung in Schortens sowie von einem Fuhrbetrieb aus Esens“, erklärt Fokko Schumann, der die Fluthilfe von LsV koordiniert. „Viele Fahrzeuge zu haben, bedeutet aber auch viel Planung im Vorfeld. Die Lkw-Fahrer und wir machen das alles in der Freizeit, da möchten wir schon einen reibungslosen Ablauf jeder einzelnen Fracht sicherstellen.“
LsV trägt die Kraftstoffkosten
Die Betriebe liehen LsV zwei Lkws, über die der Verein frei verfügen kann, wie Sara Collmann vom LsV aus Wiesmoor erklärt. „Dadurch konnten wir unsere Aktion enorm steigern und auch spontaner und flexibler reagieren“, so Collmann. „Die beiden Lkw sind jetzt schon 480 Stunden gelaufen und wir sind sehr dankbar für das Vertrauen.“ Froh, sind die LsV-Landwirte auch über die vielen Fahrer, die sie für die Fahrzeuge gefunden haben.
LsV Ostfriesland trägt die Kraftstoffkosten für die Fahrten. „Das ist auch der Grund, warum wir vorübergehend aufhören müssen“, erklärt Christian de Riese. Der Landwirt hofft aber noch auf weitere finanzielle Unterstützung für die Flutopfer. „Ein Spender im Raum Hamburg hat dem LsV eine komplette Ausstattung für einen Reit- und Mutterkuhbetrieb gespendet“, erklärt er. Damit die gerecht verteilt werden könne, wolle man die Lkw noch mindestens einmal einsetzen. Gerne wollen die Landwirte auch noch weitere Futterspenden ins Krisengebiet fahren.
Ein Fahrer zahlte den Diesel aus eigener Tasche
„Fast jeden Tag bekomme ich eine neue Abladestelle“, berichtet Marco Wulff, der nach eigenen Angaben fünf Tage und Nächte mit wechselnden Fahrern auf einem Lkw verbracht hat. Wulff achte bei seinen Touren auch darauf, dass es tatsächlich einen Hilfsbedarf bei den Empfängern gibt. „Ich lasse mir auch zeigen, warum der Betrieb unsere Hilfe angefordert hat“, betont Wulff.
Die Berichte der Lkw-Fahrer sind zugleich eine Motivation für den LsV, die Flutopfer-Hilfe fortzusetzen. „Die Lkw fahren jetzt so, wie Spenden für eine Tankfüllung reinkommen“, erklärt Sara Collmann auf Anfrage dieser Zeitung. „Für die letzte Tour hat sogar ein Lkw-Fahrer den Diesel aus eigener Tasche bezahlt und Heuspenden von seinem Bruder mitgenommen.“ Wer sich ebenfalls mit Spenden an den Tankfüllungen beteiligen möchte, könne über die Internetseite von LsV Ostfriesland Kontakt mit dem Verein aufnehmen, so Collmann weiter.