Jahrmarkt
Schützencompagnie setzt auf abgespecktes Fest im September
Esens ohne Schützenfest – das sollte es nach dem letzten Coronajahr nicht noch einmal geben. Und in der Tat: Im September startet die „fünfte Jahreszeit“ der Esenser. Allerdings deutlich reduziert.
Was und warum
Darum geht es: um das Schützenfest in Esens.
Vor allem interessant für: Esenser und Jahrmarkt-Freunde.
Deshalb berichten wir: Die Schützencompagnie hat ihr Konzept für eine „Schützenwiese“ vorgestellt, eine abgespeckte Schützenfest-Version. Die Autorin erreichen Sie unter: i.oltmanns@zgo.de
Dennoch: „Wir wollen versuchen, eine gewisse Normalität zurückzuholen“, sagt Ottmar Dirksen, Vorsitzender der Schützencompagnie, bei einem Treffen am Rande des Schützenplatzes. Die Compagnie richtet das fünftägige Fest jedes Jahr in Eigenregie und auf eigene Kosten aus. So auch dieses Jahr; nur ist es diesmal deutlich kleiner und läuft unter dem Namen „Schützenwiese“.
Was anders ist
Zum Hintergrund muss man wissen: Das Esenser Schützenfest gehört zu den traditionsreichsten und größten Festen dieser Art in ganz Niedersachsen. Und mit bis zu 100.000 Besuchern in fünf Tagen ist es auch eines der publikumsstärksten in der ganzen Küstenregion. In Pandemiezeiten ist das natürlich ein Problem. Die Compagnie verlegte ihre Planungen deshalb zunächst vom üblichen Julitermin in den September; auch weil die Sommerurlauber dann schon wieder weg sind. Und auch der Umfang der Festivitäten blieb lange offen. Nun wird es also deutlich kleiner: Statt der üblichen rund 100 Schausteller kommen etwa 75. Ein Sicherheits- und Hygienekonzept soll außerdem dafür sorgen, dass das Coronavirus außen vor bleibt.
Das Festgelände soll komplett eingezäunt werden, so schildern es Dirksen und seine Schützenkollegen Horst-Wilhelm Lamberti und Dieter Kramer im Gespräch. Es gebe zwei Eingänge und zwei Ausgänge, die kontrolliert würden, denn rein dürften nur Geimpfte, Genesene oder Getestete. Die Nachweise dafür müssen also mitgebracht werden. „Es wird auch extra eine Teststation aufgebaut“, so Dirksen. Zusätzlich werde die Luca-App eingesetzt, zum Teil müssten auch Masken getragen werden, etwa beim Bestellen. „Bei uns kann man sich dann eigentlich gar nicht anstecken“, sagt Kramer dazu.
Was bleibt
Ein paar typische Eckpfeiler wird es aber geben: Das Schützenfest wird stets am Freitagnachmittag um 14:30 Uhr mit Böllerschüssen eröffnet, so soll es auch dieses Jahr sein. Ebenso wird am selben Abend ab 19.30 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der St.-Magnus-Kirche gefeiert. Und am Montag soll auch endlich ein neuer Schützenkönig ausgeschossen werden, samt feierlicher Proklamation. Die großen Festumzüge, die diesen Montag sonst ausmachen, wird es allerdings nicht geben.
Bei all den Veränderungen – gab es da auch die Überlegung, das Ganze sein zu lassen? Dieter Kramer nickt dazu. Finanziell sei das durchaus ein Wagnis dieses Jahr. Der Zaun und die zusätzliche Security auf dem Platz sorgten für Mehrkosten, und das bei weniger Schaustellern. Im Gespräch mit Dirksen, Kramer und Lamberti wird aber auch deutlich, dass eine erneute Absage für die Schützencompagnie einfach keine Option war.