Unwetter

Was tun bei Tornados?

Claus Arne Hock
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Von Claus Arne Hock
| 18.08.2021 09:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wenn man Zeuge eines Tornados wie diesem über Berumerfehn wird, sollte man sich möglichst in Sicherheit bringen. Foto: Blair/privat
Wenn man Zeuge eines Tornados wie diesem über Berumerfehn wird, sollte man sich möglichst in Sicherheit bringen. Foto: Blair/privat
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Kaum war der Tornado in Berumerfehn vorübergezogen, gab es im Internet viele Videos zu dem Unwetter. Ein Wetterexperte sagt, warum die Aufnehmenden sich teilweise in Lebensgefahr begeben haben.

Berumerfehn/Ostfriesland - Als Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) die Videos aus Berumerfehn gesehen hat, wurde ihm gleich aus verschiedenen Gründen ganz anders. Es sei nicht nur die Zerstörung gewesen, wie er auf Nachfrage sagt, sondern auch die Gefahr, in die sich manch Smartphone-Filmer begeben habe.

Tatsächlich sind im Internet Videos zu finden, die offenbar aus nicht allzu großer Entfernung von dem Tornado gemacht wurden. Zwar weit genug weg, um nicht direkt im Sog des Windes zu stehen, aber „immer noch in Reichweite der Trümmer“, so Friedrich. Der Experte vom DWD schätzt den Durchmesser des Tornados auf rund 100 Meter und die Winde hätten eine Geschwindigkeit zwischen 180 bis 250 Kilometern pro Stunde erreicht. Das entspricht laut Friedrich einer 2 auf der sogenannten Fujita-Skala, die bei 0 beginnt. Der stärkste je gemessene Tornado hatte Spitzenwerte im Bereich 6 der Skala.

„Das ist lebensgefährlich“

Ein F2-Tornado gehört zu den mittelschweren Tornados, bei denen Häuser zerstört werden. Leichte und schwerere Trümmerteile können bei F2-Tornados beachtliche Geschwindigkeiten erreichen. Die Folgen sind auch in Berumerfehn zu sehen: Manche Autos und auch Häuserwände wurden von umherfliegenden Trümmern durchlöchert.

„Das ist lebensgefährlich“, sagt Friedrich im Gespräch mit unserer Zeitung in Bezug auf die Trümmergeschosse – und in Bezug auf die Menschen, die den Tornado ohne die nötige Distanz gefilmt haben. Wenn man sich unerwartet in der Nähe eines Tornados wiederfinde, solle man möglichst Schutz suchen.

Wenn man im Haus ist, dann sollte man in den Keller gehen „oder sich möglichst weit unten im Haus und weit weg von Fenstern aufhalten“, so Friedrich. Glasfenster, oder Glastüren, würden nämlich keinen Schutz bieten, sondern könnten sogar zu Verletzungen führen, wenn sie kaputt gehen.

In den Keller, ausweichen oder hinlegen

Wer sich nicht in ein Haus flüchten kann, sondern draußen ist, der habe zwei Möglichkeiten. Die erste: ausweichen. „Wenn der Tornado noch weit genug weg ist, dann ist das mit dem Auto oder unter Umständen sogar mit dem Fahrrad kein Problem“, so Friedrich. Die meisten Tornados würden sich mit einer Geschwindigkeit zwischen 20 und 30 Kilometern pro Stunde über Land bewegen.

Sollte man sich im Freien befinden und keine Möglichkeit des Ausweichens haben, dann gelte: „Weg von Bäumen und Häusern.“ Auf möglichst freier Fläche in eine Mulde oder Vertiefung flach auf den Boden legen, würde in diesem Fall den besten Schutz liefern.

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