Stadtentwicklung

Neue Uferpromenade am Emder Stadtgraben rückt näher

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 12.08.2021 17:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Ufer des Stadtgrabens entlang der Jungfernbrückstraße – hier der Blick von der Kunsthalle zur Boltentorbrücke – ist dicht bewachsen und macht einen eher ungepflegten Eindruck. Foto: Hock
Das Ufer des Stadtgrabens entlang der Jungfernbrückstraße – hier der Blick von der Kunsthalle zur Boltentorbrücke – ist dicht bewachsen und macht einen eher ungepflegten Eindruck. Foto: Hock
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Im Herbst will die Stadt Emden mit den Planungen für eine Uferpromenade mit einer Skulpturenmeile zwischen Kunsthalle und dem Wasserturm beginnen. Bei den Museumsbetreibern stößt das auf Wohlwollen.

Was und warum

Darum geht es: Emder Stadtplaner träumen schon lange von einer neuen Promenade am Stadtgraben entlang der Jungfernbrückstraße und der Abdenastraße. Jetzt soll das Vorhaben angepackt werden.

Vor allem interessant für: Emderinnen und Emder sowie Besucherinnen und Besucher der Stadt, die sich für die Entwicklung der Innenstadt und/oder für Kunst interessieren

Deshalb berichten wir: In jüngster Zeit ist mehrfach über das Projekt gesprochen worden. Wir wollten wissen, wie der Stand der Planungen ist.

Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de

Emden - Die Stadtplaner träumen schon lange davon: Zwischen dem Henri-Nannen-Platz vor der Kunsthalle und dem Wasserturm am Bahnhofsplatz in Emden soll bald eine neue Uferpromenade entlang des Stadtgrabens entstehen. Detaillierte Angaben dazu gibt es allerdings noch nicht. Dazu sei es „einfach noch zu früh“, teilte Stadtsprecher Eduard Dinkela dieser Zeitung auf Nachfrage mit. Nach seinen Angaben sollen die Planungen in diesem Herbst beginnen.

Die neue Uferpromenade ist eines der zentralen Projekte des „Grünen Bandes“, das die Stadt zurzeit unter anderem mit der Anlage neuer Fitness- und Spielparcours für Menschen aller Altersgruppen auf dem Wall um das Stadtzentrum legt.

Geld steht dafür bereit

Finanziert werden soll das zu zwei Dritteln mit Geld aus dem Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zentren“ des Bundes und des Landes. Das letzte Drittel bringt die Stadt aus eigenen Mitteln auf. Das Gesamtvolumen des „Grünen Bandes“ liegt bei 3,3 Millionen Euro.

Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) hat in jüngster Zeit wiederholt darauf hingewiesen, dass entlang der neuen Promenade in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle auch eine Skulpturenmeile entstehen soll. Das sei ein erster Schritt, „Kunst im ganzen Raum der Innenstadt erlebbar zu machen“, so der Rathaus-Chef.

„Eine wunderbare Fortsetzung“

Bei den Museumsbetreibern stößt das auf viel Wohlwollen. „Die Umgestaltung dieses Bereichs zur Promenade mit Skulpturenmeile würden wir außerordentlich begrüßen“, sagte die wissenschaftliche Leiterin Lisa Felicitas Mattheis unserer Zeitung auf Anfrage. Das wäre „eine große Aufwertung für die Innenstadt“ und würde den öffentlichen Skulpturengarten auf dem Henri-Nannen-Platz „wunderbar fortsetzen. Die Kunsthalle freue sich sehr darauf, „die Kompetenzen unseres Hauses in die Entwicklung einbringen zu können“, so Mattheis.

Auf dem Henri-Nannen-Platz stehen bereits vier Skulpturen aus der Sammlung der Kunsthalle. Es handelt sich um das kinetische Objekt „Windbögen“ von Uwe Niemann, sowie die Bronzefiguren „Artistin“ von Gustav Seitz, „Myrrha“ von Gerhart Schreiter und „Positionen“ von Heinrich Brockmeier.

Das Vorhaben ist nicht neu

Dieses Skulpturen waren nach der Neugestaltung der früher als Hahnsche Insel bekannten Halbinsel im Jahr 2007 vor der Kunsthalle aufgestellt. Dieses Projekt, das die Kunsthalle mit Hilfe von Sponsoren und Förderers umsetzte und ein Herzenswunsch des Kunsthallen-Stifters Henri Nannen war, hatte 2007 zunächst heftige Proteste in der Stadt ausgelöst, weil dafür mehrere alte Bäume auf der Halbinsel gefällt wurden. Nach der Fertigstellung des Platzes verstummte die Kritik aber schnell.

Schon damals hatte es Überlegungen gegeben, den Bereich zwischen Kunsthalle und Wasserturm aufzuwerten. Erste Entwürfe dafür hatte seinerzeit das Düsseldorfer Planungsbüro Scape geliefert, das als Sieger aus einem Wettbewerb hervorgegangen war. Sie sehen unter anderem naturbelassene Uferzonen, Wege zum Flanieren und eine Baumallee vor. Mehrere Anläufe, das Projekt umzusetzen, verliefen aber im Sande, zuletzt 2011 nach dem Abriss der ehemaligen Erziehungsberatungsstelle, das auch als „weißes Haus“ bekannt war und nahe der Bushaltestelle Kunsthalle am Stadtgraben stand.

Die Pläne von damals sollen jetzt wieder aus der Schublade gezogen und gemeinsam mit dem Düsseldorfer Büro überarbeitet und weiterentwickelt werden, hieß es zuletzt von den Stadtplanern.

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