Osnabrück

Teureres Fleisch, billigeres Obst und Gemüse – richtig so!

Corinna Clara Röttker
|
Von Corinna Clara Röttker
| 12.08.2021 15:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Artikel teilen:

Geht es nach Verbraucherschützern, sollten die Preise für Fleisch hochgehen - und die für Obst und Gemüse sinken. Das ist der richtige Weg, unter einer Bedingung.

Es wird höchste Zeit, dass Fleisch und Wurst teurer werden, um eine bessere Tierhaltung in Deutschland zu ermöglichen - vorausgesetzt das Geld kommt auch unmittelbar den Landwirten zugute, die in mehr Tierwohl investieren wollen. Hinzu kommt jedoch, dass der Verbraucher in Deutschland ohnehin schon mit steigenden Preisen zu kämpfen hat. Die Inflationsrate ist so hoch wie seit fast 30 Jahren nicht mehr.

Insofern ist die Forderung der Verbraucherschützer richtig, die Preisaufschläge für Fleisch durch Nachlässe auf andere Produkte auszugleichen. Gerade Menschen mit schmalen Geldbeutel müssen an anderer Stelle entlastet werden.

Ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz für Obst und Gemüse ist eine gute Option - nicht zuletzt, weil Umfragen zeigen, dass viele Deutsche mehr Geld für umweltfreundlichere und nachhaltige Lebensmittel ausgeben würden, wenn diese billiger wären.

Davon mal abgesehen: Aktuell isst jeder Deutsche laut Statistischem Bundesamt jährlich 70 Kilogramm Fleisch. Würde man die von der WHO empfohlene Menge von 600 Gramm Fleisch pro Woche einhalten, wären das im Jahr 31,2 Kilogramm. Mehr Obst und Gemüse und weniger Fleisch würde als auch der Gesundheit der Menschen sehr zu Gute kommen.

Die Frage, die sich dann aber noch stellt, lautet: Stecken sich die Händler den Gewinn aus der Senkung der Mehrwertsteuer in die eigene Tasche oder reichen sie den Vorteil tatsächlich und vollumfänglich auch an den Endkunden weiter?

Ähnliche Artikel