Blaulicht

Ermittlungsbehörden nehmen Stellung zu Razzia in Wiesmoor

Jens Schönig
|
Von Jens Schönig
| 11.08.2021 16:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Behörden haben weitere Fragen zur Polizeiaktion im Rathausviertel beantwortet. Foto: privat
Die Behörden haben weitere Fragen zur Polizeiaktion im Rathausviertel beantwortet. Foto: privat
Artikel teilen:

Zur Razzia am Dienstag an der Straße Am Rathaus haben Polizei und Staatsanwaltschaft weitere Einzelheiten mitgeteilt. Auch der vermeintliche Bewohner des durchsuchten Hauses hat sich zu Wort gemeldet.

Wiesmoor - Die Polizei Aurich/Wittmund und die Staatsanwaltschaft in Bielefeld haben sich am Mittwoch mit weiteren Informationen zum Polizeieinsatz an der Straße Am Rathaus einen Tag zuvor geäußert. Am Dienstagmorgen hatten Spezialkräfte der Polizei dort eine Wohnung durchsucht und mehrere Personen auf der Wache in Wiesmoor erkennungsdienstlich behandelt, wie Polizeisprecherin Wiebke Baden auf Anfrage dieser Zeitung mitteilte. Erste Augenzeugenberichte legten nahe, dass es Verhaftungen gegeben habe, dies konnte Baden jedoch verneinen.

Die Polizeiaktion fand auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Bielefeld statt. Wie deren Sprecherin Claudia Bosse am Mittwoch mitteilte, ermittelt die Behörde im Fall eines bewaffneten Raubes, der sich Anfang Mai in Bielefeld zugetragen hatte. Dort wurde ein Mann, der sein Auto übers Internet verkaufen wollte, von mehreren Personen zusammengeschlagen, die ihm auf einem Parkplatz aufgelauert hatten. Ob die Tat womöglich einen persönlichen Hintergrund hatte, sei noch unklar. „Es stellte sich aber heraus, dass ein Großteil der Beschuldigten in Wiesmoor wohnhaft ist“, erklärte Bosse. „So kam die Anfrage an die Polizeiinspektion Aurich/Wittmund zustande.“

Vermeintliche Bewohner „unter Schock“

Auf den Bericht über die Polizeiaktion hin meldete sich bei dieser Zeitung am Mittwoch ein Mann und erklärte, seine Wohnung sei das Ziel der Durchsuchung gewesen. Zum Zeitpunkt der Aktion hätten sich mit ihm nur seine Frau und ihre sechs Kinder im Alter zwischen vier Monaten und elf Jahren in der Wohnung befunden. Auf der Polizeiwache seien Fotos und Fingerabdrücke von ihm genommen worden. Er habe jedoch mit keiner Straftat etwas zu tun. „Meine Familie hatte Todesangst und steht immer noch unter Schock“, beteuerte der Mann und kündigte an, eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Freiheitsberaubung zu erstatten.

Polizeisprecherin Baden konnte zu den erkennungsdienstlich behandelten Personen keine näheren Angaben machen. Sie bestätigte jedoch, dass Personen angetroffen wurden, nach denen im Zusammenhang mit der Tat gesucht wurde. Deren Beteiligung zu klären, sei jetzt Gegenstand der Ermittlungen. Auch Claudia Bosse erklärte, die Ergebnisse der Durchsuchung müssten nun zunächst ausgewertet werden.

Ähnliche Artikel