Berlin
Scholz: SPD-Wahlkampfvideo mit Laschet-Vertrautem „wird nicht genutzt“
Nach massiver Kritik an einem SPD-Wahlkampf-Video mit einem Vertrauten von Unions-Kandidat Armin Laschet hat Kanzlerkandidat Olaf Scholz klar gestellt, dass der Spot nicht verwendet wird.
„Der Kampagnenleiter hat mir berichtet, dass der Spot nicht genutzt wird“, sagte Scholz im Interview mit unserer Redaktion. Zugleich trat Scholz massiven Vorwürfen entgegen, mit dem Spot würden religiöse Bekenntnisse für den Wahlkampf missbraucht. Die Lesart stimme nicht, „die SPD tritt immer für eine offene und tolerante Gesellschaft ein“, sagte Scholz. Auf die Frage, warum seine Partei vor einem Christen wegen seines Glaubens warne, sagte Scholz: „Das tut niemand - unser Land und auch ich sind vom christlichen Glauben geprägt.“
CDU hatte Verzicht auf Wahlkampfspot gefordert
Eine Parteisprecherin betonte, es sei nach einmaliger Vorführung ohnehin nicht geplant gewesen, das Video im Wahlkampf zu nutzen. Dessen ungeachtet hatte es auch aus SPD-Reihen scharfe Kritik gegeben.
In dem Film tauchen mehrere CDU-Politiker aus einer Matroschka-Puppe auf. „Wer Armin Laschet und die CDU wählt, wählt...“ sagt eine Stimme dazu. Gezeigt wird auch eine Puppe mit dem Konterfei des Düsseldorfer Staatskanzleichefs und Laschet-Vertrauten Nathanael Liminski. Hier wird der Satz ergänzt mit „... erzkatholische Laschet-Vertraute, für die Sex vor der Ehe ein Tabu ist“. Dies spielt auf eine lange zurückliegende Äußerung des bekennenden Katholiken an, die dieser als eine „persönliche Entscheidung“ gerechtfertigt hatte. Die CDU hatte die SPD zum Verzicht auf den Wahlkampfspot aufgefordert.