Fußball
Bei Borssums Toren erklingt ein besonderes Lied
BW Borssum will mit mehr Offensivkraft in die Aufstiegsrunde der Fußball-Bezirksliga einziehen. Ein Rückkehrer ist zugleich auch ein Hoffnungsträger.
Borssum - Bis zum Corona-Stopp Ende Oktober 2020 hatte Blau-Weiß Borssum sieben Spiele absolviert und nur sieben Tore geschossen. Das war der zweitschlechteste Angriff in der Fußball-Bezirksliga. Allerdings kassierten die Borssumer nur neun Gegentore und stellten damit die zweitbeste Abwehr.
Die Angriffsmisere kam nicht überraschend, denn den Blau-Weißen fehlten torgefährliche Stürmer. Torjäger Sven Voorwold spielt in der Reservemannschaft, Eimo Smidt steht beruflich nur sehr selten zur Verfügung und Brian Wienekamp wechselte im Sommer 2020 zum Fußball-Oberligisten Kickers Emden.
Der interessanteste Neuzugang
Umso erfreuter ist man im Verein, dass der „Borssumer Junge“ Brian Wienekamp zurückgekehrt ist. Der quirlige Mittelfeldspieler kam beim BSV Kickers nicht über die Reservistenrolle hinaus. Er soll zu eine erfolgreiche Bezirksliga-Saison beitragen. „Brian ist eine gute Verstärkung und eine offensive Alternative“, sagt Trainer Rene Dörfel. Neben Wienekamp haben sich weitere acht Spieler dem Verein angeschlossen. Alleine sechs talentierte Spieler kommen aus der A-Jugend des JFV Eintracht Emden.
Der Kader
Zugänge: Max Beccard (SV Wallinghausen), Lars Lauterbach (TuS Pewsum), Brian Wienekamp (Kickers Emden), Simon Docter, Jona Gravemann, Fabian Harms, Jos Jakobs, Nils Schipper, Bente Siemers (alle JFV Eintracht Emden A-Jugend).
Abgänge: Sandro Poppinga (Germania Leer), Niklas Schmidchen (SF Larrelt), Niklas Südhoff (TuS Pewsum), Viktor Tierbach (SF Larrelt), Jan Tietje (TuS Pewsum).
Tor: Felix Janßen, Eugen Wagner.
Abwehr: Max Beccard, Kevin Böse, Timo Goldenstein, Fabian Harms, Fabian Hühn, Hendrik Jakobs, Philipp Janßen, Marcel Rosenboom, Nils Schipper, Thorsten Schulze, Bente Siemers.
Mittelfeld: Ibrahim Balhas, Levin Dörfel, Zokora Fofana, Jona Gravemann, Jos Jakobs, Till Jakobs, Lars Lauterbach, Alper Özcelik, Jerome Waldecker, Brian Wienekamp.
Angriff: Jörn Arbeit, Simon Docter, Sören Hoogstraat, Eimo Smidt.
Trainer: Rene Dörfel (seit Juli 2020).
Co-Trainer: Thilko Boekhoff (seit Juli 2019) und Michael Eden (seit Juli 2020).
So tickt der Trainer
Rene Dörfel, Spitzname „Charly“, ist seit Juli 2020 im Amt. Er verkörpert einen ruhigen, sachlichen und besonnen Trainertyp. In der Kabine kann er schon mal laut werden. Der 51-Jährige ist zweifacher Familienvater. Sein Sohn Levin (19 Jahre) spielt im Borssumer Mittelfeld. Dörfel war in der 1990er-Jahren Profifußballer von Arminia Bielefeld und wechselte dann zu Kickers Emden. „Wir bekommen immer mal wieder aus dem Raum Bielefeld Autogrammanfragen für Rene“, sagt Teammanager Christian Fraas.
Der andere Blick in den Kader
Neuzugang Simon Docter, der mit knapp zwei Metern-Körperlänge ein klassischer Mittelstürmer ist, soll helfen der Offensive mehr Durchschlagskraft zu verleihen. Till und Jos Jakobs sind Brüder, ansonsten gibt es keine Verwandtschaften in der Mannschaft.
Das sind die Ziele
Bis zur Annullierung der Saison im März diesen Jahres belegte Borssum Platz sieben. „Unser Anspruch muss schon sein, unter die ersten vier Mannschaften zu kommen, um sich für die Aufstiegsrunde zu qualifizieren“, meint Dörfel. Bei neun Mannschaften sicherlich nicht so einfach. Das weiß auch der Trainer: „Wir müssen einen guten Start erwischen und dürfen uns nicht viele Ausrutscher erlauben.“
Das ist bei den Heimspielen besonders
Die Heimspiele finden im Emsstadion statt. Der Rasen ist in einem sehr guten und gepflegten Zustand. Wenn es im Herbst und Winter regnet, wird der Platz schnell unbespielbar. So kommt es frühzeitig zu Spielabsagen. Tore der Heimelf werden von Stadionsprecher Torben Wagner emotional und mit dem Einspieler „Willst du ein Tor von Blau-Weiß Borssum sehen, musst du schnell zum Sportplatz gehen“ untermalt.
Der Gourmet-Tipp bei Heimspielen
Eine 40-köpfige Crew kümmert sich um die Bewirtung am Spielfeldrand und im Sportheim. Es gibt Bratwurst, Frikadelle und Pommes. Neben Kaffee und Bier gibt es Mineralwasser, Säfte und Limonaden. Zusätzlich erhält der Fan verschiedene Schokoriegel und „Schlickertüten“.
Unsere Prognose
Die Mannschaft besteht aus erfahrenen und jungen talentierten Spielern. Die Chancen stehen gut, die Aufstiegsrunde zu erreichen. Der Auftakt war ja schon vielversprechend. Im Heimspiel gab es dank Jörn Arbeit einen 1:0-Heimsieg gegen Großefehn