Einsatzkräfte
Elektroautos als Brandgefahr auf Fähren
Das Löschen von Elektroautos stellt die Feuerwehr schon an Land vor neue Herausforderungen. Was aber passiert, wenn ein E-Fahrzeug an Bord eines Schiffes brennt?
Borkum - Immer häufiger kommen Gäste auch mit Elektrofahrzeuge nach Borkum. Kein Kraftstoff, keine Abgase, es wird nur Strom benötigt, um voran zu kommen. Allerdings sind auch in diesen Fahrzeugen viele Teile verbaut, die in Brand geraten können. Ein kleiner Kurzschluss an den Batterien oder in der Stromleitungen kann dann zu einer gefährlichen Situation führen. Ein generelles Problem für Reedereien, die Fahrzeuge transportieren. Was aber passiert, wenn es an Bord einer Fähre zum Ernstfall kommt und sich diese zwischen dem Festland und den ostfriesischen Inseln befindet?
Havariekommando übernimmt Kommando zur Rettung
Dann übernimmt das Havariekommando des Bundes die Einsatzleitung. „Die DGzRS ist dann Teil des Einsatzstabes und koordiniert die Rettung von Menschen. Im Rahmen der Amtshilfe unterstützen Einheiten der Seenotretter bei der Brandbekämpfung oder beispielsweise beim Transport von Brandbekämpfungseinheiten der Feuerwehren, im Rahmen ihrer Möglichkeiten“ betont Testa-Kreitz. Seenotrettungskreuzer wie etwa die „Hamburg“ auf Borkum, die auf Norderney stationierte „Eugen“ oder die „Hermann Marwede“ der Station Helgoland sind mit sogenannten Löschmonitoren, den Wasserwerfern ausgerüstet.
Noch kein brennendes E-Fahrzeug auf Borkum
„Die Borkumer Feuerwehr hat derzeit keine Möglichkeiten, bei einer solchen Situation, die Havarie zu unterstützen“, sagt Michael Apfeld, Stadtbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Borkum. Das Problem bei E-Fahrzeug Bränden sei, dass sich der Akku eines E-Autos immer wieder neu entzünden kann – auch ganz ohne Vorankündigung und ohne vorherigen Unfall. „Nach Bränden fällt viel Sondermüll an und auch das Löschwasser ist kontaminiert. Für diesen Fall berät die Stadt derzeit, dass ein spezieller zertifizierter Container angeschafft werden soll“, sagt Apfeld, denn diesen bräuchte man, um das Fahrzeug weiterhin zu kühlen, damit sich der Akku nicht wieder entzünde. „Erfahrungen mit einem brennenden E-Auto haben wir hier auf Borkum zum Glück noch nicht machen müssen“, erklärt Apfeld. Sollte es zu einem Brand an Bord eines Schiffes kommen, wäre die Feuerwehr Borkum bei einer Rettung nicht involviert.
Falls es unterwegs auf einem Schiff brennt, egal ob ein Auto an Bord oder das Schiff selbst, sei zuallererst die Besatzung gefragt, denn die Evakuierung auf dem Meer sei kompliziert, so Weege und Fred Meyer, Sprecher der AG Reederei Norden-Frisia.
„Soweit mir bekannt ist, wird gerade eine Vorgabe über den Verband Deutscher Reeder erarbeitet, da es eine einheitliche Handlungsweise für alle Reedereien in Deutschland geben soll“, sagt Corina Habben, Pressesprecherin der AG Ems. Weiterhin sei vorgesehen, im kommenden Winter im Rahmen einer gemeinsamen Übung mit Feuerwehren ein entsprechendes Szenario zu proben. Ob es in Emden, Eemshaven oder auf Borkum stattfinde, sei noch nicht bekannt. „Solche Übungen finden bei uns regelmäßig statt und dienen der Vorbereitung für den Ernstfall und dem Austausch mit den örtlichen Einsatzkräften“, betont Habben.