Umwelt
„Es ist wichtig, dass rechtzeitig gewarnt wird“
Die Flutkatastrophe in Deutschland hat gezeigt, wie wichtig es ist im Notfall schnell reagieren, um Bürger und die Umwelt zu schützen. Ist die Stadt Borkum auf einen solchen Ernstfall vorbereitet?
Borkum - Die aktuelle Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat gezeigt, wie wichtig es ist, auf den Ernstfall vor zubereitet zu sein. Auch auf der Insel Borkum kommt es immer wieder zu Naturkatastrophen wie dem Starkregen im Juli. Die Freiwillige Feuerwehr musste zu zahlreichen Einsätzen ausrücken und vollgelaufene Keller auspumpen. Straßen waren überflutet und die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht abführen. Stürme, Hochwasser, Brände oder andere Ereignisse können dazu führen, dass die Stadtverwaltung zu besonderen Maßnahmen greifen muss. Doch ist die Stadt vorbereitet?
Nach dem Starkregen vom 4. Juli hat sich die Stadtverwaltung mit der Feuerwehr, Polizei und der Borkumer Kleinbahn am 13. Juli zu einem Nachbereitungsgespräch getroffen, um zukünftig auf weitere Naturereignisse besser vorbereitet zu sein. „Es ging unter anderem darum, wie man die Straße ‚Am Langen Wasser‘, die nach dem Regen überflutet war, im Notfall kurzfristig sperren kann“, schreibt der Leiter des Ordnungsamtes Borkum, Joachim Bakker auf die Anfrage der Redaktion. Dadurch, dass Autos die überschwemmte Straße weiterhin befahren hatten und damit das Wasser von der Straße verdrängten, wurden anliegende Häuser und deren Keller noch mehr geschädigt.
Vorbereitungen für den Ernstfall
Das anliegende Gelände der Borkumer Kleinbahn soll zukünftig dann als Ausweichstrecke genutzt werden können, weil es höher liegt als die Straße ‚Am Langen Wasser‘ und nicht überflutet wird. „Außerdem ist angedacht, die Feuerwehr mit weiteren Pumpen auszustatten und für die Bürger im Feuerwehrhaus Sandsäcke unterzubringen“, schreibt der Leiter des Ordnungsamtes. Insulaner sollen sich die Sandsäcke abholen können, um vom Hochwasser gefährdete Bereiche wie Türen vor dem Wasser schützen zu können. Tiefer gelegene Teile von Borkum werden am schlimmsten betroffen sein, da sich dort das meiste Wasser sammelt. „In der Regel fließt das Wasser aber schnell wieder ab. Langfristig muss das Kanalsystem geändert und Strategien entwickelt werden, um den Wassermassen bei Starkregen entgegenwirken zu können. Bei den neu gestalteten Straßen im Dorfkern und der Sanierung des Barbaraweges ist das schon erfolgt“ betont Bakker. Sollte es dazu kommen, dass eine Sturmflut die Insel bedroht, hat die Stadt Borkum einen entsprechenden Plan für die Gefahrenabwehr erarbeitet.
In diesem Gefahrenabwehrplan sind mögliche Ernstfälle aufgelistet, die dazu führen können, dass der Leiter des Ordnungsamtes in Abstimmung mit dem Bürgermeister alle weiteren Koordinationen leitet. Gefahrenfälle können sein: eine Sturmflut, eine Strandverschmutzung, Schnee, Stromausfall, Unwetter oder eine Pandemie beziehungsweise Epidemie. In dem Plan der Stadt heißt es dazu weiter, dass es in allen Fällen erfordert, schnell zu reagieren und einen sogenatten Einsatzstab einzuberufen, der die nötigen Maßnahmen koordiniert. Dieser Einsatzstab kann, je nach Lage der Gefährdung aus mehreren Personen bestehen, wie zum Beispiel dem Bürgermeister, seinem allgemeinen Vertreter, dem Leiter des Ordnungsamtes, dem Stadtbaumeister, dem Stadtbrandmeister, dem Dienststellenleiter der Polizei und dem Bereitschaftsführer des DRK-Ortsverbandes. „Einen solchen Ernstfall hatten wir zum Glück noch nicht, seit dem ich Stadtbrandmeister bin“, sagt Michael Apfeld von der Freiwilligen Feuerwehr Borkum. Eine Übung in diesem Zusammenhang habe es auch noch nicht gegeben.
Verhaltenstipps für Bürgerinnen und Bürger
Auf der Seite des Landkreises Leer wurde eine Broschüre des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe veröffentlicht. Darin stehen Tipps für den Bürger für die Vorsorge und Eigenhilfe in Notsituationen. Zum Beispiel steht in der Broschüre, dass man bei Katastrophen oder anderen lang andauernden Notfällen alle größeren Gefäße, einschließlich Badewannen und Waschbecken, mit Wasser füllen soll.
Sollte es zu einem Katastrophenfall kommen, wird der nicht von der Stadt Borkum, sondern vom Landkreis Leer ausgerufen. „Es ist wichtig, dass sich die Bevölkerung über eine Gefahrenlage informiert. Es wäre deshalb gut, wenn sich die Bürgerinnen und Bürger die App „Katwarn“ herunterladen und damit schneller gewarnt werden kann“, betont Bakker. Über die App werden wichtige Informationen über das Wetter an den Nutzer gesendet, so dass man schon früh zum Beispiel vor Unwetter gewarnt wird.