Bildung

Wann öffnet die erste Privatschule in Emden?

Gordon Päschel
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Von Gordon Päschel
| 05.08.2021 11:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Dr. Katharina Lühring setzt sich für die Eröffnung der Privatschule in Emden ein. Foto: Päschel
Dr. Katharina Lühring setzt sich für die Eröffnung der Privatschule in Emden ein. Foto: Päschel
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Seit Monaten kämpft Dr. Katharina Lühring in Emden für die Eröffnung der ersten Privatschule in der Stadt. Für das neue Schuljahr liegen ihr 14 Anmeldungen vor. Aber es gibt eine letzte hohe Hürde.

Was und warum

Darum geht es: die geplante Gründung der ersten Privatschule in Emden

Vor allem interessant für: Eltern von schulpflichtigen Kindern, Pädagogen und Leute, die eine Alternative zu Regelschulen suchen

Deshalb berichten wir: Wir haben die Pläne zum Aufbau der Freien Schule Emden von Anfang an verfolgt und wollten wissen, ob die angestrebte Eröffnung zum nächsten Schuljahr noch möglich ist.

Den Autor erreichen Sie unter: g.paeschel@zgo.de

Emden - Es wird knapp: Geht es nach dem Willen von Dr. Katharina Lühring, öffnet mit Beginn des neuen Schuljahres Emdens erste Privatschule. Doch der Termin, der 2. September, ist reichlich wackelig und kaum mehr zu halten - obwohl der Initiatorin nach eigenen Angaben 14 verbindliche Anmeldungen vorliegen und ein Team aus zwei Lehrkräften und einem Schulleiter in den Startlöchern steht. Es könnte sofort losgehen. Das Problem: Seit Monaten scheitern alle Versuche, ein Schulgebäude oder zumindest passende Unterrichtsräume zu bekommen.

Zuletzt habe ihr der Eigentümer einer denkbaren Immobilie im Stadtteil Uphusen abgesagt, so Lühring. „Wir waren uns eigentlich einig“, ärgert sie sich. Alle anderen Ideen an weiteren möglichen Standorten hätten sich im Vorfeld wegen der besonderen Auflagen nicht verwirklichen lassen. Jetzt beginnt die Suche von Neuem. Wie so oft in den vergangenen Monaten.

Eltern müssen zweigleisig fahren

Trotz der Rückschläge sieht die Leiterin eines Instituts für ganzheitliches Lernen in Emden das Projekt ansich nicht in Gefahr. „Wir starten auf jeden Fall. Ich kann aber leider immer noch nicht sagen, wann“, stellt sie klar. Für die Eltern der angemeldeten Jungen und Mädchen im Grundschulalter bedeutet das: Sie müssen zweigleisig fahren. So lange die Privatschule auf sich warten lässt, besuchen die Kinder eine Regelschule. Ein Wechsel im laufenden Schuljahr ist laut Lühring kein Problem und sei mit allen Beteiligten abgesprochen.

Die Pläne zum Aufbau einer freien Grundschule treibt sie seit September vergangenen Jahres voran. Sie sehe sich nicht als Gegnerin von Regelschulen. Sie stelle nur fest, dass viele Kinder mit den dortigen Bedingungen überfordert seien, sagt Lühring. In ihrer Schule sollen kleine Klassen mit maximal zwölf Kindern für mehr Ruhe und Bindung sorgen. Unterrichtet werden solle losgelöst von klassischen Fächern, jahrgangsübergreifend und erlebnisorientiert. Das Konzept, dass sie dem Regionalen Landesamt für Schule und Bildung als Genehmigungsbehörde vorgelegt hat, fasst sie unter dem Begriff „ganzheitlich“ zusammen.

Die Anforderungen an ein Schulgebäude

Zum Stand der Dinge heißt es dort auf Nachfrage, dass das Antrags- und Genehmigungsverfahren noch laufe. Mehr könne und wolle man „aus Gründen des Datenschutzes“ nicht sagen, teilt die Pressesprecherin Bianca Trogisch mit. Gefragt nach den erforderlichen Voraussetzungen für ein Schulgebäude, listet sie Punkte wie einen detaillierten Lageplan (mit Schulhof), Grundrisse, Raumplan (mit Unterrichtsräumen, Lehrerzimmer etc.), Fluchtwegeplan sowie die Ausstattung auf. In Osnabrück schauen sie vor einer Zusage genau hin.

Die Stadt Emden als Schulträgerin vor Ort hatte in der Vergangenheit signalisiert, das Projekt der freien Ganztagsschule „freundlich“ begleiten zu wollen, so Fachbereichsleiter für Jugend, Schule und Sport, Thomas Sprengelmeyer. Konkret sah die Unterstützung so aus, dass die Stadt Lühring bei der Gebäudesuche half und mehrere Vorschläge unterbreitete. Aber offensichtlich liefen alle Ansätze bislang ins Leere. „Es ist für alle Beteiligten keine schöne Situation“, räumt die Initiatorin ein.

Trotzdem hält sie weiter an dem Ziel fest, bereits mit dem schon bald beginnenden Schuljahr starten zu wollen. Eine Verschiebung zum Halbjahr oder in den Sommer 2022 komme für sie nicht infrage, sagt Lühring: „Da hängen Jobs dran und Familien, die sich auf die Schule freuen.“ Die wolle sie nicht enttäuschen.

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