Einzelhandel

Trotz Pandemie: In der Emder Innenstadt bewegt sich was

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 04.08.2021 20:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ahmet Dilki vor seinem Laden „Colours“: Das Geschäft zieht im Herbst innerhalb der Großen Straße um. Fotos: H. Müller
Ahmet Dilki vor seinem Laden „Colours“: Das Geschäft zieht im Herbst innerhalb der Großen Straße um. Fotos: H. Müller
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Ungeachtet der unsicheren Lage haben in jüngster Zeit im Emder Stadtzentrum neue Geschäfte und Lokale eröffnet. Aber größere Lücken bleiben.

Emden- Ungeachtet der nach wie vor unsicheren Lage ist im Einzelhandel und in der Gastronomie in der Emder Innenstadt derzeit einiges in Bewegung. Nach dem Ende des jüngsten Corona-Lockdowns haben einige neue Geschäfte und Lokale eröffnet. Unübersehbar bleibt aber die hohe Zahl an leerstehenden Läden.

Seit längerem schon leer stehen auch die Geschäftsräume an der Fußgängerzone Zwischen Beiden Märkten, in der die Ostfriesische Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH (OBW) zuletzt ihren Laden „Middenmang“ mit Deko-Artikeln, Wohnaccessoires und Spezialitäten aus eigener Produktion betrieben hatte. „Es gibt Interessenten dafür“, sagte Jochen Eichhorn am Mittwoch dieser Zeitung auf Nachfrage. Er ist Geschäftsführer der Sparkassen-Immobilientochter Emder Bau und Boden (EBB), die als Makler fungiert.

An Attraktivität gewonnen

Eichhorn glaubt, bald einen neuen Mieter zu finden, zumal die Verbindung zwischen dem Neuen Markt und dem Rathausplatz an Attraktivität gewonnen hat. Mit den Cafés und Restaurants, die dort ansässig sind, biete sie auch eine hohe Aufenthaltsqualität, meint Eichhorn.

Wenn es eines Beweises dafür bräuchte, sind es die vielen Touristen, die jetzt zur Ferienzeit durch diese Straße bummeln. Das bekräftigt auch den Eindruck, den viele Einheimische in diesen Tagen beim Gang durch die Innenstadt gewinnen: Nie zuvor seien so so viele Urlauber und Tagesgäste in der Stadt wie in diesem zweiten Corona-Sommer, hört man allenthalben.

Touristen bevölkern die Stadt

Von den Touristenströmen profitiert unter anderem auch das neue Geschäft „Heimat - nordisch gut“, das der Emder Gastronom Onno Marahrens vor einigen Monaten an der Straße Zwischen beiden Märkten eröffnete. Auf einer kleinen Verkaufsfläche komprimiert bietet dieser Laden viele Spezialitäten ostfriesischer Hersteller und Manufakturen unter einem Dach und in maritimer Dekoration an.

Viele ostfriesische Spezialitäten unter einem Dach: Das Geschäft "Heimat" in der Fußgängerzone Zwischen beiden Märkten setzt auf Regionales.
Viele ostfriesische Spezialitäten unter einem Dach: Das Geschäft "Heimat" in der Fußgängerzone Zwischen beiden Märkten setzt auf Regionales.
Zum Sortiment gehören beispielsweise Emder Matjes, Speiseeis aus Greetsieler Herstellung, Kaffee aus Röstereien in Aurich und Leer, Tee aus Emden, Wurstwaren aus Moormerland, Käse von ostfriesischen Höfen oder Chutneys aus einer kleinen regionalen Manufaktur.

Regionale Produkte unter einem Dach

„Es kommt ständig noch etwas dazu“, sagt Heike Kallenbach. Sie ist die Schwester des Inhabers und kümmert sich gemeinsam mit Sonja Rehbock und Bernd Schröder um das Geschäft. Mit der Kundenfrequenz sind die Betreiber zufrieden. Der Laden soll auch den Winter über geöffnet bleiben. „Wir hoffen, dass dann auch die Emderinnen und Emder uns entdecken“, so Kallenbach. Aus den regionalen Spezialitäten könnten auch Präsente zusammengestellt werden.

Auf Stammkundschaft kann Ahmet Dilki schon lange bauen. Der 47-Jährige verkauft in seinem Laden „Colours“ in der Großen Straße Kleidung für Freizeit und Beruf, die sich von der Masse abgrenzt und zeitlos ist. Zum Sortiment, das man sonst eher in Großstädten findet, gehören auch Schuhe, Taschen und Accessoires, Bekleidung aus nachhaltiger und fairer Produktion, Mode aus der eigenen Kollektion „dilki“ und Second-Hand-Ware.

Modegeschäft „Colours“ zieht um

„Colours“ wird von diesem Herbst an an einem neuen Standort zu finden sein - nur einen Steinwurf von dem jetzigen entfernt. Dilki zieht innerhalb der Großen Straße um, und zwar in die ehemalige „Galerie am Rathaus“ in direkter Nachbarschaft von Fahrrad Oltmanns. Von dem neuen Geschäft erhofft der Betreiber sich vor allem mehr Laufkundschaft.

Die Verkaufsfläche verringere sich zwar um etwa 180 auf 270 Quadratmeter, dafür sei sie aber ebenerdig, offener und übersichtlicher. Zudem werde der Blick von außen nicht so wie im bisherigen zweistöckigen Laden durch breite Säulen versperrt. Ein weiterer Grund für den Umzug sei, so Dilki, dass die Pacht geringer sei.

Ortswechsel: Am Neuen Markt hat vor einigen Tagen der Italiener Santino la Tona sein fünftes Lokal eröffnet: Das „Casa della Pasta“ ist auf selbst gemachte Nudeln spezialisiert. Ursprünglich wollte la Tona, der in den vergangenen sieben Jahren ein kleines Gastronomie-Imperium am Neuen Markt errichtete, damit schon viel früher starten. Die Corona-Pandemie wirbelte die Pläne aber durcheinander.

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