Digitalisierung
Rathäuser auf dem Weg zur Digitalisierung
Über das neue Onlineportal OpenR@thaus können Bürger im Landkreis Leer Behördengänge ab sofort digital beauftragen und nachverfolgen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
Landkreis Leer - Umständliche und zeitaufwendige Gänge in Kreishäuser und Bürgerbüros sind seit dem 1. August 2021 für die Menschen im Landkreis Leer und einigen dort beteiligten Kommunen Geschichte. Ab sofort können Bürger über das neue Portal OpenR@thaus verschiedene Dienstleistungen elektronisch beantragen und nachverfolgen. Wir beantworten wichtige Fragen.
Was und warum
Darum geht es: Der Landkreis Leer und sieben umliegende Kommunen bieten ein Onlineportal an, über das Verwaltungsdienstleistungen elektronisch beauftragt werden können.
Vor allem interessant für: Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis Leer und den weiteren beteiligten Kommunen.
Deshalb berichten wir: Der Landkreis Leer teilte uns in einer Mitteilung die Öffnung des Portals mit. Die Autorin erreichen Sie unter: n.kraft@zgo.de
Was ist das OpenR@thaus?
Das Onlineportal OpenR@thaus bietet Bürgern an, Verwaltungsdienste digital zu beantragen, nachzuverfolgen und abzuschließen sowie elektronisch zu bezahlen.
Welche Behörden bieten OpenR@thaus an?
Die Verwaltungen der Städte Leer, Weener und Borkum, der Gemeinden Moormerland, Westoverledingen und Rhauderfehn, der Samtgemeinde Jümme sowie des Landkreises Leer sind Teil des Verbunds. „Wir haben das Portal mit dem Landkreis Leer und weiteren Kommunen gestartet, weil alle die gleichen Dienstleistungen bereitstellen und wir somit das Projekt kompensieren konnten“, sagt Alwin Fuhs, Fachbereichsleiter der zentralen Verwaltung der Gemeinde Moormerland.
Warum gibt es das Portal?
Mit der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung setzen die Kommunen erste Teile des Onlinezugangsgesetzes um, das die Behörden verpflichte, Verwaltungsdienstleistungen auch elektronisch über Verwaltungsportale anzubieten, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises Leer. Ziel sei es, die Rat- und Kreishäuser digitaler und bürgerfreundlicher zu machen. „Bürger und Bürgerinnen sind mittlerweile darauf fixiert, viele Dinge online machen zu können, wie beispielsweise Bestellungen“, sagt Fuhs. Bürger müssten in Zukunft weder Behördengänge erledigen noch verschiedene Adressen für die jeweiligen Anliegen aufsuchen. Das Portal verknüpfe Dienstleistungen von Kommunen, Städten und Landkreis.
Müssen sich Nutzer im Portal registrieren?
OpenR@thaus kann ohne Registrierung über einen Gastzugang genutzt werden. Allerdings erfordern manche Anliegen eine erweiterte Authentifizierung.
Welche Anliegen können über OpenR@thaus beauftragt werden?
Das Portal umfasse unter anderem Dienstleistungen für Geburts- und Sterbeurkunden, Meldebescheinigungen und Registerauskünfte sowie Anmeldungen von Gewerben, Kraftfahrzeugen oder Hunden und biete damit den Bürgern einen großen Mehrwert. Denn diese Leistungen können die Bürger nun „am Wochenende und nach Feierabend per Klick veranlassen und über ein kostenloses Bürgerkonto verfolgen“, so Fuhs.
Welche Dienstleistungen müssen noch vor Ort bearbeitet werden?
Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Digitalisierung sei damit gemacht. „Das ist die erste Ausbaustufe, die wir gerade mit den Kommunen beginnen“, sagt Ralf Möhlmann. Welche Entwicklungsstufen in Zukunft das Portal erweitern, berate der Zusammenschluss aller Behörden gemeinsam, sagt der allgemeine Vertreter des Bürgers der Samtgemeinde Jümme. Es werde ein langjähriger und dauerhafter Prozess werden. Aktuell seien Anträge auf Arbeitslosengeld II und Bauanträge noch nicht auf digitalem Weg möglich, laut Fuhs.
Kann es bei den anstehenden Wahlen genutzt werden?
Von einer weiteren Funktion erhofft sich Möhlmann in der kommenden Zeit großen Zuspruch. Denn „mit den Kommunalwahlen und der Bundestagswahl vor der Tür sollen über OpenR@thaus auch die Anträge zur Briefwahl abrufbar sein“, sagt er.
Noch zuvor konnten sich die Wähler die Anträge über die verschiedenen Webseiten der Kommunen herunterladen. Gebündelt sei dies nun über das Portal möglich.
Was verändert sich für die Behörden?
Zwischen den Häusern müssten noch Verbindungen aufgebaut und Schnittstellen eingerichtet werden. Auch die Mitarbeiter sollten so geschult werden, dass sie die Aufträge komplett digital bearbeiten können. Das erfordert laut Fuhs jedoch keine große Mühe, da die eigentlichen Arbeitsabläufe bestehen bleiben. Der Unterschied liege darin, dass die Anträge und Formulare jetzt auch elektronisch eingingen und im neuen Portal bearbeitet werden. Somit gestaltet sich der Vor- und Rücklauf digital. Im Nachklang müssten Briefe nicht mehr versendet werden, da die Rückmeldung elektronisch über das Benutzerkonto des Bürgers eingesehen werden könne. Für kostenpflichtige Dienstleistungen biete das Portal auch digitale Bezahlmöglichkeiten an. „Interne Prozesse werden sich jetzt verändern. Wir haben uns gemeinsam auf den Weg gemacht“, sagt Möhlmann. Es sei erst der Beginn des Wegs. Und Wege entstünden beim Gehen.