Berlin

Drei von vier Erwachsenen in Deutschland mindestens einmal geimpft

| 04.08.2021 11:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
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In Deutschland wird seit Ende Dezember geimpft. Mittlerweile gab es deutlich mehr Impfungen gegen Sars-CoV-2 als Einwohner in Deutschland leben. Doch das Impftempo nimmt insgesamt ab.

Sechs von zehn Menschen in Deutschland haben mindestens eine Corona-Schutzimpfung erhalten. Fast die Hälfte hat einen vollständigen Impfschutz. 222 Tage nach dem Impfstart ist Impfstoff vielerorts ausreichend vorhanden. Bezogen auf die Volljährigen im Land, haben sich mittlerweile drei Viertel mindestens einmal impfen lassen, twittert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch.

In Deutschland: Impfquote 61,8 Prozent, 52,6 Prozent geschützt

Seit dem Impfbeginn gegen das Coronavirus in Deutschland am 27. Dezember wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) 93.168.807 Impfungen gemeldet. Seit 20. Mai gibt es täglich deutlich mehr Zweit- als Erstimpfungen, wie aus den RKI-Daten hervorgeht. 

Rund 52 Millionen Menschen wurden mittlerweile geimpft und davon haben rund 42 Millionen bereits die zweite Dosis erhalten. Demnach verfügen 52,6 Prozent der Menschen in Deutschland über einen vollständigen Impfschutz. Gemessen an der Gesamtbevölkerung beträgt die Impfquote aktuell 61,8 Prozent. (Stand: 4. August). 

Mehr als Hälfte der Senioren vollständig geimpft

Über 60: Mit Priorität wurden zunächst neben Vorerkrankten und bestimmten Berufsgruppen die insgesamt knapp 24 Millionen Sechzigjährigen und Ältere geimpft. Im Schnitt der Bundesländer sind mittlerweile rund 85 Prozent der Senioren mindestens einmal geimpft, 80 Prozent der über 60-Jährigen sind schon vollständig immunisiert.

18 bis 59 Jahre: Rund 59 Millionen Deutsche (71 Prozent der Gesamtbevölkerung) waren nach Zahlen des Statistischen Bundesamts zunächst nachgelagert an der Reihe - es sei denn ihr Beruf oder ihre Vorerkrankung machte sie zur Risikogruppe. Nach RKI-Daten sind über die Bundesländer gerechnet rund 62 Prozent der 18 bis 59-Jährigen einmal geimpft. Rund 54 Prozent haben einen vollen Impfschutz. 

Impfbar ab 12: Bei den 12- bis 17-Jährigen sind rund 21 Prozent mindestens einmal geimpft. Rund 11 Prozent sind schon vollständig geschützt. Rund drei Millionen 12-, bis 15-Jährige sind seit 7. Juni impfberechtigt. Für die rund neun Millionen jüngeren Kinder ist noch kein Corona-Impfstoff zugelassen.

Biontech mit Abstand am häufigsten geimpft

Gedrosseltes Impftempo

Nachdem im Januar überwiegend eine fünfstellige Zahl an Menschen pro Tag geimpft wurde, ist sie seit Februar meist sechsstellig. Seit Anfang April tausende Arztpraxen mitimpfen - und größere Mengen Impfstoffnachschub kamen - hatte sich das Tempo mehr als verdoppelt. 

Seit 7. Juni ist die Impfreihenfolge aufgehoben, sodass nun in der Regel alle ab zwölf Jahre alten Menschen in Deutschland impfberechtigt sind. Auch Betriebsärzte sind nun flächendeckend Teil der Impfkampagne. Am Mittwoch, 9. Juni, gab es die bislang meisten Impfungen innerhalb eines Tages: 1.418.768. Seit der dritten Juniwoche geht die Zahl der Corona-Impfungen pro Woche aber zurück, schreibt das RKI in seine aktuellen Lageberichten. 

Im Schnitt gab es in den vergangenen sieben Tagen täglich etwa 400.000 Impfungen gegen das Coronavirus. Gestern, Dienstag, 3. August, verimpften die Impfzentren und Ärzte insgesamt rund 275.000 Dosen.

Impfquote: Bremen vorne, Sachsen hinten

Wer impft am schnellsten? Auf hundert Einwohner gerechnet, hat Bremen die meisten der vorhandenen Spritzen verteilt und Sachsen die wenigsten (siehe Balkengrafik unten). In allen Bundesländern außer Brandenburg, Hamburg und Sachsen ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung vollständig geimpft.

Wer impft anteilig die meisten Menschen? Blickt man auf die Impfquote, den Anteil der Geimpften pro hundert Einwohner, hat auch Bremen aktuell den höchsten Wert: 70,7 Prozent der Einwohner in dem kleinen Bundesland wurden schon mindestens einmal gegen Corona geimpft; 62,1 Prozent vollständig. Sachsen ist beim Impffortschritt mit aktuell 52,3 Prozent beziehungsweise 47,7 Prozent gemächlicher.

So impft Norddeutschland: Neben Bremen liegen auch Schleswig-Holstein mit 65,9 Prozent (55,6 Prozent vollständig Geimpfte), Niedersachsen (64,7/52,4) und Hamburg (63,9/49,6) über dem bundesdeutschen Durchschnitt (61,8/52,6). Leicht darunter liegt Mecklenburg-Vorpommern (59,9/52,3).

109 Millionen Impfdosen bislang geliefert

Rund 110 Millionen Dosen Impfstoff wurden nach RKI-Angaben bislang nach Deutschland geliefert. Darin enthalten sind die Impfstoffe von Biontech/Pfizer (rund 76 Mio.), Astrazeneca (rund 17 Mio.), Moderna (rund 12 Mio.) und Johnson & Johnson (rund 4 Mio.). Rund 85 Prozent der bis Dienstag verfügbaren Impfstoffmenge wurde bislang in Oberarme gespritzt.

Die Impfzentren erhielten insgesamt rund 64 Millionen Dosen, Arztpraxen rund 40 Millionen Dosen und Betriebsärzte und Betriebsärztinnen rund 5 Millionen Dosen.

Kinder und Jugendliche impfen - nun auch flächendeckend

Ende des Sommers und kurz vor der Bundestagswahl sollen alle über 16-Jährigen eine Impfmöglichkeit bekommen haben, versprach die Bundesregierung mehrfach. Auch jüngere gehören nun zur Zielgruppe. Die flächendeckende Impfung von Schülern ab zwölf Jahren mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer hatte Spahn bis Ende der Sommerferien versprochen, die je nach Bundesland schon Ende Juli oder erst Mitte September enden. Die Gesundheitsministerkonferenz beschloss Anfang August zusätzlichen Impfangebote für Minderjährige.

Obwohl die deutsche oberste Impfkommission eine Impfung für gesunde Jugendliche ab 12 Jahren nicht generell empfiehlt, können sich 12- bis 15-Jährige seit 7. Juni mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer und seit Juli auch mit Moderna impfen lassen. Für noch jüngere Kinder ist der Impfstoff noch nicht zugelassen. Sie müssen vermutlich mindestens bis zum Winter oder Anfang 2022 auf eine Impfung warten.

60 Prozent der EU-Bürger immunisiert

Rund 71 Prozent der volljährigen Bevölkerung in der Europäischen Union haben mittlerweile mindestens eine Corona-Schutzimpfung bekommen. Rund 60 Prozent sind nach Angaben der Europäischen Kommission vollständig geimpft.

Dieser Wert sollte noch im Juli auf 70 Prozent steigen, hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärt. Das klappte nicht, stattdessen sieht sie ein anderes Ziel erreicht: „Die EU hat ihr Wort gehalten“, sagte sie am 10. Juli. „An diesem Wochenende haben wir genügend Impfstoff in die Mitgliedstaaten geliefert, um in diesem Monat mindestens 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung vollständig zu impfen“. In der EU leben etwa 450 Millionen Menschen. 70 Prozent der Erwachsenen in der EU entspricht etwa 256 Millionen Menschen. 

Der Vaccine-Tracker der Europäischen Seuchenbehörde ECDC zeigt aktuell noch Werte leicht unter der 60-Prozent-Vollschutz-Marke an. Die einfache Impfquote in der Europäischen Union liegt bei über 18-Jährigen demnach bei 70,7 Prozent. In den 27 Mitgliedsländern haben insgesamt rund 259 Millionen Erwachsene die erste Corona-Schutzimpfung erhalten. 58 Prozent, rund 212 Millionen EU-Bürger, sind schon vollständig geimpft.

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