Berlin
Jeder sechste Stromer „Made in Germany“: Das reicht nicht!
Deutschlands Autobauer verkaufen immer mehr Elektro-Pkw. Dass mittlerweile jeder sechste weltweit ausgelieferte Stromer „Made in Germany“ ist, zeigt aber vor allem eines: Den akuten Nachholbedarf.
Zum Vergleich: Von den knapp 60 Millionen 2020 insgesamt neu zugelassenen Autos stammte fast jedes vierte von einer deutschen Marke. Der Anteil bei Diesel und Benzinern liegt also ungleich höher als bei der E-Mobilität. Hinzu kommt, dass deutlich mehr Hybrid-Fahrzeuge, also Verbrenner mit zusätzlichem Akku-Antrieb, als reine Batterie-Modelle, die Bilanz der heimischen Hersteller hochtreiben. Weil Plug-Ins kaum zur CO2-Vermeidung beitragen, sind sie aber keine Zukunftsprodukte.
Vorreiter China
Wohin die Reise geht, das ist seit Jahren in China zu sehen: Fast eine Million „echte“ Stromer wurde dort im ersten Halbjahr verkauft, fast 60 Prozent der weltweiten Neuzulassungen auf diesem Sektor.
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Peking hat die Elektro-Revolution deutlich früher gestartet. Das hilft nicht nur, Menschen und Klima zu schützen. Es hat der dortigen Industrie auch einen erheblichen Standortvorteil verschafft.
Je dicker der Wagen, je mehr Strom wird verbraucht
Zu stoppen ist die Wende nicht mehr. Um möglichst vorne mitzumischen, dürfte es in den kommenden Jahren auch für Deutschlands Premium-Marken darum gehen, erschwingliche und kleinere E-Autos anzubieten. Das Problem Nummer 1 ist immer noch die Reichweite. Und je dicker der Wagen, je mehr Strom wird verbraucht.