Politik

Neutorstraße in Emden: Das sagen die Ratsfraktionen

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 30.07.2021 18:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Radfahrerinnen und Radfahrer sollen in der Neutorstraße künftig mehr Raum bekommen. Foto: Archiv
Radfahrerinnen und Radfahrer sollen in der Neutorstraße künftig mehr Raum bekommen. Foto: Archiv
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Der Vorstoß der Stadt, den Verkehr auf der Neutorstraße versuchsweise zu beruhigen, lässt Grüne und GfE jubeln. Auch die SPD ist dafür. CDU und FDP sind hingegen verhaltener.

Emden - Der neue Plan der Stadt, den Verkehr in der Neutorstraße versuchsweise bis zum Jahresende zu beruhigen, findet in der Emder Politik ein geteiltes Echo. Die Ratsfraktionen von SPD, Grünen und GfE begrüßen den Vorstoß ausdrücklich. Hingegen äußern sich CDU und FDP verhalten und wünschen sich zunächst auch eine Diskussion darüber in den Fachausschüssen des Rates und in der Öffentlichkeit.

Maria Winter Foto: J. Doden
Maria Winter Foto: J. Doden
SPD-Fraktionsvorsitzende Maria Winter hält den geplanten Versuch mit der „Einbahnstraßenlösung“ in der Neutorstraße für sinnvoll. „Das hätte unserer Meinung nach aber schon viel früher passieren können“, meint die Politikerin. Denn aus mehreren Ratsfraktionen seien die gleichen Vorschläge schon für die Zeit der Bauphase der Neutor-Arkaden gekommen. Winter spricht sich dafür aus, auch andere Varianten zu prüfen. Es sollten auch die komplette oder teilweise Schließung der Straße Am Delft sowie eine Sperrung des Rathausplatzes für den Autoverkehr während des Weihnachtsmarktes in die Überlegungen einbezogen werden: „Wir können unser Alleinstellungsmerkmal mit dem Wasser in der Stadt schlecht nutzen, weil es durch Straßen entkoppelt ist“, so die Politikerin. Ziel der SPD sei „eine autofreie und fahrradfreundliche Stadt“. Die Neutorstraße sei nach dem Neuen Markt „ein weiterer Baustein, um eine Perspektive für die Innenstadt zu schaffen und die Aufenthaltsqualität durch die Förderung des kulturellen Lebens zu steigern“.

Andrea Risius Foto: H. Müller
Andrea Risius Foto: H. Müller
CDU-Fraktionsvize Andrea Risius äußert Bedenken. Sie hält den Zeitpunkt des Experiments für falsch, zumal die Trogstrecke noch gesperrt und dadurch der Verkehr in der Innenstadt zusätzlich belastet sei. Das zeige sich unter anderem in der Straße Agterum. Zudem müsse die Gesamtsituation innerhalb des Wallrings betrachtet werden. „Die Friedrich-Ebert-Straße und die Ringstraße sind beispielsweise nicht dafür ausgelegt“, meint die Christdemokratin. Sie sei zwar nicht grundsätzlich gegen die Vorschläge der Stadtverwaltung, es müssten aber zunächst Alternativen auch bezüglich des Parkraums geschaffen werden. So quälten sich Touristen, die über die Autobahn nach Emden kommen, gegenwärtig von der Anschlussstelle Stadtmitte in Harsweg über die Auricher Straße, die Neutorstraße und Agterum zum Parkhaus am Wasserturm. Sinnvoller wäre es, diesen Verkehr über die VW-Kreuzung direkt zum Parkhaus zu führen.

Bernd Renken Foto: J. Doden
Bernd Renken Foto: J. Doden
Grünen-Fraktionschef Bernd Renken begrüßt den Vorstoß der Stadtverwaltung ausdrücklich. Die Vorschläge deckten sich größtenteils mit den Forderungen seiner Fraktion. „Wir sollten die Chance jetzt nutzen, etwas auszuprobieren und mehr Raum für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen“, sagt Renken. Er sei überzeugt, dass das die Neutorstraße und die Innenstadt aufwerten wird.

Hillgriet Eilers Foto: J. Doden
Hillgriet Eilers Foto: J. Doden
Die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Hillgriet Eilers äußert sich verhaltener. Sie lehne die Vorschläge zwar nicht in Bausch und Bogen ab, wünsche sich aber zunächst die Beteiligung des Rates und eine öffentliche Diskussion. Dabei müssten auch die Auswirkungen auf den Gesamtverkehr im Zentrum betrachtet werden. „Das betrifft zu viele Leute, um das mit einem Federstrich zu machen“, meint die Liberale. Ohne Akzeptanz in der Bevölkerung könne der Versuch nicht funktionieren: „Wir wollen die Vorschläge nicht von vornherein schlecht reden, es muss aber einen sachlichen Prozess geben“. Es müsse zunächst klar definiert werden, wie der Versuch funktionieren soll und welche Kriterien der angekündigten Verkehrszählung zugrunde gelegt werden.

Jochen Eichhorn Foto: F. Doden
Jochen Eichhorn Foto: F. Doden
GfE-Fraktionschef Jochen Eichhorn ist „Feuer und Flamme“ für den Vorschlag der Stadtverwaltung. „Wenn es um die Verkehrsberuhigung der Neutorstraße geht, sind wir voll mit dabei“, sagt er. Die Wählergemeinschaft setze sich schon seit langer Zeit dafür ein und habe dazu auch selbst schon Vorschläge gemacht. „So etwas muss man einfach ausprobieren“, meint Eichhorn. Dadurch könnten sich weitere Perspektiven für eine neue Verkehrsführung im Zentrum eröffnen.

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