Frau am Freitag

Starke Entscheidung

Nikola Nording
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Eine Kolumne von Nikola Nording
| 30.07.2021 06:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Die US-Sportlerin Simone Biles hört auf. Fußballer Didi Hamann kritisiert sie dafür. Die Frau am Freitag hat eine ganz klare Meinung zu der Kritik.

Die Frau am Freitag ist schwer beeindruckt. Mitten im wichtigsten Wettbewerb ihrer Karriere hört die US-Turnerin Simone Biles bei den Olympischen Spielen von Tokio auf. Die 24-Jährige spürte, dass sie dem Wettbewerb psychisch nicht mehr gewachsen ist. Eine mutige Entscheidung, findet die Frau am Freitag.

Obwohl: Eigentlich sollte es das nicht sein. Hätte sie sich das Bein gebrochen, hätte sie wohl nicht weitergeturnt. Nun sagte aber ihre Seele: Nein. Statt weiter zu machen, weil Sponsoren, Trainer, Mitsportler auf sie bauen, hört sie auf. Es ist nicht ihre erste mutige Entscheidung: 2018 machte sie öffentlich, dass sie im Training missbraucht wurde. „Die Welle der Liebe und Unterstützung, die ich erhalten habe, hat mir klar gemacht, dass ich mehr bin als meine Leistungen und das Turnen, woran ich vorher nie wirklich geglaubt habe“, schrieb die junge Frau später. Ein Satz, der weh tut. Für sie lag ihr Wert lange Zeit nur in ihrem Können.

Dass ihre Entscheidung aber nicht selbstverständlich ist, zeigt die Reaktion von Ex-Fußballer Dietmar – Didi – Hamann. Er findet ihre Entscheidung respektlos ihren Teammitgliedern gegenüber. Sie hätte gar nicht zu Olympia fahren sollen. Die Frau am Freitag macht das wütend. Gerade Hamann, der sich über jedes Foul, bei dem Mitspieler verletzt werden, aufregt, sagt das einer kranken Athletin.

Klar, er erkennt eine mentale Krankheit nicht an. Er erkennt nicht an, dass gerade unter dem Druck von Olympia diese Wunde wie eine alte Sportverletzung aufreißen kann. Dem Kerl ist nur zu wünschen, nie von den düsteren Dämonen, die Biles derzeit nach eigenen Angaben heimsuchen, verfolgt werden. Und wenn doch, rät die Frau am Freitag: Tapfer bleiben, Didi.

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