Freizeit
Das sagt ein Fachmann über den Wandel von Spielplätzen
Was muss ein Spielplatz können? Wie hat sich das in den letzten Jahren verändert? Und wie dick dürfen Turnstangen sein? Ein Spielplatzprüfer erklärt es.
Ostfriesland - In Emden wurde kürzlich ein neuer Bewegungsparcours eröffnet. Wir haben Bernd Rulf drei Fragen zum Themenbereich Spiel- und Sportplätze gestellt. Er ist ein ehemaliger Industrie-Prüfsachverständiger und seit 2014 zertifizierter, freiberuflicher Spielplatzprüfer und Kooperationspartner des TÜV Nord. Auf die Frage hin, welche Standards Spiel- und Sportgeräte erfüllen müssen, nennt Rulf mehrere Hersteller- und Prüfnormen. Demnach gelten als „gefährliche Mängel“ Einzugsstellen beim Einsitzbereich von Rutschen, bei Feuerwehrstangen, bei Dächern, die weniger als ein Meter von einem Handlauf entfernt sind und Fangstellen für den Kopf, insbesondere bei flexiblen Öffnungen wie bei einem Kletternetz und Leitern mit Sprossenabständen zwischen 11 und 23 Zentimetern.
Bernd Rulf merkt bei seiner Arbeit, dass Spielplätze einem Wandel unterliegen. „Mittlerweile werden auch gelegentlich Spiel- und Sportgeräte für Menschen mit körperlichen Einschränkungen auf Spielplätzen und Outdoor-Fitnessparks eingeplant“, sagt er. Obwohl die Spielplatzgeräte langlebig und wartungsarm konstruiert würden, sei die Ausstattung der Spielflächen mit Naturelementen und Flächenmodellierung aber selten berücksichtigt. „Spielplatzgeräte mit Wasserzulauf und Sand finden immer großen Zuspruch“, sagt er. Außerdem seien die Hersteller von Spielplatzgeräten kreativer geworden. „Das bedeutet bei großen Kombinationsgeräte für Kinder mehr Einfallsreichtum beim Bespielen, und für die Errichter eine zunehmende Herausforderung beim Aufstellen“, so Rulf.