Verkehr
Vorplatz der Emder Kunsthalle ist jetzt Fußgängerzone
Der Abschnitt der Straße Hinter dem Rahmen in Emden, an der die Kunsthalle liegt, ist jetzt für den Autoverkehr gesperrt worden. Es hat lange gedauert, bis es soweit war. Es gibt weitere Pläne.
Was und warum
Darum geht es: Der Bereich vor der Kunsthalle ist für Besucherinnen und Besucher des Museums, der Malschule und des Cafés Henri‘s sicherer geworden.
Vor allem interessant für: Besucherinnen und Besucher der Kunsthalle und der umliegenden Einrichtungen sowie für alle, die sich für die Entwicklung der Emder Innenstadt interessieren.
Deshalb berichten wir: Seit dem vergangenen Dienstag dürfen Autofahrer die Straße Hinter dem Rahmen nicht befahren. Dort hat die Stadt eine Fußgängerzone eingerichtet. Es geht aber nicht nur um die Verkehrssicherheit, wie wir bei der Eröffnung erfuhren. Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de
Denn wer das Museum oder die gegenüberliegende Malschule und das Café-Restaurant verlässt, stand bislang nach ein paar Schritten auf der Fahrbahn, die wegen der ebenerdigen und durchgehenden Klinkerpflasterung nicht zu erkennen ist. Die Verantwortlichen erhoffen sich von der neuen Regelung zugleich, die Kunsthalle als kulturellen Leuchtturm noch besser an die Innenstadt anbinden zu können.
Radfahrer müssen nicht absteigen
Radfahrer haben auf diesem Abschnitt weiterhin freie Fahrt; auch Lieferverkehr ist zugelassen. Autofahrer, die in das Viertel östlich der Boltentorstraße wollen - dazu gehört auch der gesamte Bereich der Straße Am Hinter Tief - können aber jetzt nur noch über den Boltentorsgang und die Friesenstraße ihr Ziel erreichen.
Den Anliegern beider Straßen könne das zugemutet werden, zumal das Verkehrsaufkommen sehr gering sei, sagte Hinrich Post unserer Zeitung. „Wir haben das im Vorfeld beobachtet“, fügt der Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde der Stadt hinzu. Es handele sich überwiegend um Anliegerverkehr. Post hat das Konzept für den neuen Fußgängerbereich gemeinsam mit Herbert Buß vom städtischen Bau- und Entsorgungsbetrieb umgesetzt.
Nannen: „Besser spät als nie“
Bis dahin sei es ein langer Weg gewesen, sagte Kunsthallen-Stifterin Eske Nannen, die am Dienstag gemeinsam mit Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) eines der Verkehrszeichen für den Fußgängerbereich enthüllte. Denn der Wunsch der Kunsthalle sei schon etwa zehn Jahre alt. „Besser spät als nie“, so Nannen.
So wie sie äußerte sich auch Kunsthallen-Vorstand Michael Kühn dankbar. Damit sei der Weg frei, „einen schönen Museumsvorplatz zu entwickeln“. Einen Vorgeschmack darauf geben seit einigen Tagen schon mehrere Liegestühle, die die Kunsthalle dort und auf dem Henri-Nannen-Platz (ehemals Hahn‘sche Insel) aufstellte.
Skulpturenmeile am Stadtgraben
Für den Oberbürgermeister ist die neue Verkehrsführung „der nächste konsequente Schritt“ beim Umbau des Stadtzentrums zu einer Erlebnisstadt sowie ein Beispiel für das Zusammenwirken von Handel, Gastronomie und Kultur in der Innenstadt. Die neue Fußgängerzone werte diesen Bereich auf. Langfristig könnte auf dem Museumsvorplatz ein Brunnen entstehen. sagte Kruithoff.
Schon konkreter sind hingegen die Pläne für eine neue Uferpromenade am Stadtgraben, die entlang der Jungfernbrückstraße zwischen dem Wasserturm am Hauptbahnhof und dem Henri-Nannen-Platz vor der Kunsthalle verlaufen soll. Dort ist in Zusammenarbeit mit dem Museum eine Skulpturenmeile geplant.
Dieses Vorhaben ist einer der zentralen Punkte, die mit Zuschüssen des Bundes und des Landes aus dem Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zentren“ bald umgesetzt werden. Es ist Bestandteil des „Grünen Bandes“, das die Stadt um das Zentrum legen will.