Bildung

IGS Krummhörn-Hinte legt bei Anmeldezahlen deutlich zu

Claus Arne Hock
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Von Claus Arne Hock
| 01.07.2021 17:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
An der IGS Krummhörn-Hinte haben sich für das kommende Schuljahr 115 Jungen und Mädchen für den 5. Jahrgang angemeldet. Foto: Archiv
An der IGS Krummhörn-Hinte haben sich für das kommende Schuljahr 115 Jungen und Mädchen für den 5. Jahrgang angemeldet. Foto: Archiv
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Dreistellige Anmeldezahlen hat die IGS Krummhörn-Hinte in diesem Jahr zu verzeichnen. Das geht zulasten der Anmeldungen am JAG in Emden. Über die Gründe kann nur spekuliert werden.

Was und warum

Darum geht es: Normalerweise gehen viele Krummhörner Kinder nach der Grundschule ans JAG in Emden. Dies ist dieses Jahr deutlich anders.

Vor allem interessant für: Beobachterinnen und Beobachter der Schullandschaft sowie Eltern und Schülerinnen und Schüler.

Deshalb berichten wir: Die Stadt Emden hatte die Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr veröffentlicht. Dabei war der Unterschied zu den Vorjahren deutlich geworden.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Krummhörn/Emden - Traditionell gehen viele Kinder aus der Krummhörn nach der Grundschule an das Johannes-Althusius-Gymnasium (JAG) in Emden. Das hat historische Gründe, außerdem gibt es auch eine besondere Vereinbarung. Aber in diesem Jahr sind die Zahlen der neu angemeldeten Krummhörner am JAG deutlich nach unten gegangen – und an der IGS nach oben.

In Zahlen heißt das genau: Zum kommenden Schuljahr wurden am JAG 127 Schülerinnen und Schüler angemeldet, im Vorjahr waren es noch 189. Von diesen waren laut Stadt Emden 73 aus den umliegenden Gemeinden – 42 aus der Krummhörn und 27 aus Hinte. In diesem Jahr sind es nur noch 29 Kinder aus der Krummhörn und 8 aus Hinte.

Mutmaßungen über Gründe

Dem gegenüber stehen laut IGS-Schulleiter Jochen Lindig 115 Anmeldungen an der IGS Krummhörn-Hinte. Ein Mehr von 21 Schülerinnen und Schülern im Vergleich zum vorherigen Schuljahr – und die ersten dreistelligen Anmeldungen in den vergangenen Jahren. Doch wie ist das zu erklären? In Emden sieht man zum Teil die Corona-Pandemie verantwortlich. Im Landkreis Aurich waren die Inzidenzwerte zuletzt deutlich besser als in Emden – Schulen konnten früh wieder normal öffnen. In Emden sah das ganz anders aus. Das könnte, so JAG-Schulleiter Dirk Damm nach der Veröffentlichung der Emder Zahlen auf Nachfrage in der vergangenen Woche, bei der Entscheidung für die weiterführende Schule eine Rolle gespielt haben. Damm mutmaßte auch, dass die Busfahrten in die Nachbarkommune abschreckend sein könnten. Einige Schülerinnen und Schüler würden vielleicht lieber mit dem Fahrrad zur Schule radeln und in ihrer Kommune bleiben wollen.

Lindig möchte sich derweil nicht in Mutmaßungen ergehen. „Die Gründe sind möglicherweise vielschichtig, dazu liegen uns jedoch keine verifizierbaren Angaben vor“, sagt er auf Nachfrage. Fest steht aber, dass die IGS auf der einen Seite mit den gleichen Problemen wie andere Schulen zu kämpfen hatte, auf der anderen Seite aber auch kräftig weiter an der eigenen Schärfung arbeitet.

Stete Neuerungen

So konnten infolge der Corona-Pandemie Informationsabende, Schnuppertage sowie ein Tag der offenen Tür nicht stattfinden. Man musste stattdessen auf neue Medien zurückgreifen und die Eltern so informieren. Die IGS Krummhörn-Hinte bietet seit dem aktuellen Schuljahr aber auch ein Vertiefungsprofil an, welches „engagiert umgesetzt“ wurde und in den nächsten Jahren auch fortgeführt werden soll. Die IGS ist noch eine verhältnismäßig junge Schule, sie wird in diesem Jahr zehn Jahre alt. Im Sommer vergangenen Jahres konnte der erste Jahrgang seine Abiturprüfungen ablegen.

Die Schule sei „sehr modern ausgestattet“, so Lindig im vergangenen Jahr, und biete für die Schülerinnen und Schüler mehrere Vorteile. Durch die Möglichkeit, verschiedene Abschlüsse an der IGS zu erreichen, werde man den Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler gerecht, ohne dass diese aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen werden. Bis zur Gründung der IGS sei es nicht möglich gewesen, in der Krummhörn oder Hinte „die Oberstufe zu besuchen und die Allgemeine Hochschulreife zu erreichen“, betonten auch beide Gemeinden vor ein paar Monaten auf Nachfrage die Bedeutung des Schulstandorts.

JAG war an Grenze

Aber auch das Engagement der Lehrkräfte sei hervorzuheben. „Etwa 60 Prozent des 10. Jahrgangs haben den erweiterten Sekundarabschluss 1 im vergangenen Schuljahr erreicht“, sagte Lindig. „Ein ganz erheblicher Teil der Schülerinnen und Schüler macht bei uns einen besseren Abschluss, als dies nach der Grundschule zu erwarten war.“

Die IGS Krummhörn-Hinte pflegt aber auch regen Kontakt zu den Emder Gymnasien, versucht aber natürlich ebenfalls, vor Ort „Werbung“ für die Schule zu machen. Flyer, Infoabende, Tag der offenen Tür, Schnuppertage für Viertklässler sowie ein enger Austausch mit den Lehrkräften an den Grundschulen in den beiden Gemeinden gehören im Normalfall dazu.

Die sich verändernden Schülerzahlen spielen dem JAG unterdessen durchaus in die Hände: Laut Landesvorgabe sollen weiterführende Schulen nicht mehr als sechszügig sein, das JAG hatte im vergangenen Jahr sieben Züge - bei eigentlich nur sechs Klassenräumen für den Jahrgang.

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