Starkregen

Keller unter Wasser – gleich die Feuerwehr rufen?

Claus Arne Hock
|
Von Claus Arne Hock
| 21.06.2021 14:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Artikel teilen:

Der Keller ist voll Wasser, da ist die Feuerwehr der richtige Ansprechpartner, oder? In vielen Fällen ja, vor allem, wenn vom Wasser Gefahr für Hab und Gut oder Leib und Leben ausgeht.

Was und warum

Darum geht es: Wenn Gefahr für Hab und Gut oder Leib und Leben besteht: Feuerwehr rufen!

Vor allem interessant für: Diejenigen, deren Keller oder Haus schon unter Wasser standen – und diejenigen, die sich schon gefragt haben, ob sie dafür die Feuerwehr rufen sollen.

Deshalb berichten wir: Am vergangenen Wochenende sorgte ein Unwetter für zahlreiche vollgelaufene Keller in emden und der Krummhörn.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Emden/Hinte/Krummhörn - Mehrere vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und Blitzeinschläge hielten am Wochenende die Feuerwehren in Emden, der Krummhörn und Hinte auf Trab. Vor allem in der Nacht von Freitag auf Sonnabend sorgte eine große Gewitterfront teilweise für Starkregen. Doch muss bei einem vollgelaufenen Keller gleich die Feuerwehr gerufen werden?

„Die Feuerwehr sollte gerufen werden, wenn Gefahr für Hab und Gut oder Leib und Leben besteht“, so Manuel Goldenstein, Sprecher der Kreisfeuerwehr im Landkreis Aurich. Wenn im Keller Hab und Gut gelagert wird und dieser vollläuft, dann ist es also zunächst völlig legitim, die Feuerwehr zu rufen.

Wenn es kostenpflichtig wird, sagt die Feuerwehr Bescheid

Allerdings sei der Griff zum Hörer, wenn das Wasser im Keller oder im Haus steht, auch aus anderen Gründen sinnvoll. Denn wenn im Keller Stromleitungen verlegt sind oder noch ein Öltank das Haus versorgt, dann kann aus der Gefahr für Hab und Gut auch schnell eine Gefahr für die Umwelt oder für Leib und Leben werden. „Von elektrischen Leitungen geht bei Überflutungen natürlich eine hochgradige Gefahr aus“, so Goldenstein. Die Feuerwehr sei entsprechend ausgebildet, um solche Gefahren zu erkennen.

Aber was ist, wenn der Anruf bei der Leitstelle doch etwas voreilig war? „Das regeln die Städte und Gemeinden unterschiedlich“, sagt Goldenstein. Sollte es tatsächlich so sein, dass vor Ort kein Einsatzgrund für die Feuerwehr besteht, dann würde der Einsatzleiter darauf hinweisen. Auch, wenn der Einsatz für den Anrufenden kostenpflichtig wird.

Zahlreiche Einsätze in Emden

„Wir versuchen natürlich immer, zu helfen“, so Goldenstein. Aber die Feuerwehr sei kein Dienstleister. „Wenn bei Sturm beispielsweise ein Baum im Garten umfällt, dann ist es nicht die Aufgabe der Feuerwehr, den zu beseitigen“, nennt Goldenstein ein Beispiel. Anders sei es, wenn der Baum droht, auf ein Haus zu stürzen – dann sei die Gefahr für Hab und Gut wieder gegeben.

Das Unwetter am Wochenende zeigte aber auch, dass es manchmal dauern kann, bis die Feuerwehr anrückt. So bat die Feuerwehr Emden am Freitagabend um Geduld, weil zwischenzeitlich alle Kräfte gebunden waren. Von Freitagabend bis Sonnabendmorgen mussten allein in Emden laut Feuerwehr rund 70 Einsätze abgearbeitet werden. „Dabei ging es in den meisten Fällen darum, diverse Keller leer zu pumpen, da diese mit Wasser vollgelaufen waren. Um diese Vielzahl an Einsätzen abzuarbeiten, waren neben der Hauptberuflichen Wachbereitschaft alle Emder Ortsfeuerwehren im Einsatz, so dass es zwischenzeitlich rund 100 Einsatzkräfte waren“, so die Feuerwehr.

Auch die Leitstelle sei personell verstärkt worden, um die vielen Anrufe entgegennehmen zu können. Der Landkreis Aurich sei „glimpflicher“ davongekommen, so Goldenstein. Am stärksten betroffen war die Krummhörn, wo die Feuerwehr zu neun Einsätzen gerufen wurde. Die Feuerwehr Pewsum-Woltzeten richtete aufgrund der Wetterlage eine örtliche Einsatzleitung mit Hilfe des Einsatzleitwagens der Gemeinde Krummhörn ein.

Ähnliche Artikel