Wirtschaft
WEC Turmbau hat neuen Eigentümer
Der im Wandel begriffene Emder Enercon-Zulieferer WEC Turmbau hat einen neuen Eigentümer: Die Hermann-Bettels-Gruppe aus Hildesheim. Der Betrieb will sich breiter aufstellen.
Emden - Im Bestreben, sich neu und breiter aufzustellen, hat der langjährige Enercon-Exklusivzulieferer WEC Turmbau einen weiteren Schritt in Richtung Unabhängigkeit getan: Die Hermann-Bettels-Gruppe aus Hildesheim, die Ende vorigen Jahres auch die Enercon-Transportbahn EGOO übernommen hatte, hat 100 Prozent der Anteile des Unternehmens gekauft und zum 1. Juni übernommen. Das bestätigte WEC-Turmbau-Geschäftsführer Volker Burkandt auf Anfrage unserer Redaktion. Bisheriger offizieller Eigentümer des Unternehmens war die niederländische Toren Productie B.V..
Am Standort Emden sind aktuell noch rund 180 Mitarbeiter beschäftigt. Der Betrieb machte nach eigenen Angaben zuletzt einen Jahresumsatz von rund 25 Millionen Euro. Schon länger versuchten die Emder um Burkandt aber, neue Geschäftsfelder für das Unternehmen zu erschließen, weil die Zahl der Aufträge von Enercon spürbar gesunken war und der Konzern zudem in wachsendem Maße auf Stahltürme setzt. „Die Lieferbeziehungen werden aber fortgesetzt. Künftig werden wir die Turmsegmente aber auch Mitbewerbern von Enercon, etwa Siemens, Vestas oder General Electric anbieten“, sagte Burkandt. Aktuell produzieren die Emder auch Fertigteile für Bahnsteigkanten für Dänemark, Fertigfundamente für Umspannwerke oder Brandschutzplatten. Der Vertrieb von Masten für Funktürme sei ebenfalls in Planung, wenngleich es noch keinen Zuschlag dafür gegeben habe. „Grundsätzlich geht es aber um komplexe, große Teile, die wir fertigen – zumal wir Gewichte bis zu 120 Tonnen händeln können“, sagte Burkandt.
Übergangszeit zur Abnabelung von Enercon
Die Bettels-Gruppe ist im Baugewerbe vielfältig engagiert und hat unter anderem Transportbeton, ähnlich wie Vetra in Neermoor, als ein erfolgreiches Geschäftsfeld im Hannoveraner Raum. „Im Fertigteilsegment war das Unternehmen bislang nicht aktiv“, sagte Burkandt. Erste Projekte und Erweiterungen des Portfolios seien gemeinsam mit den neuen Eignern bereits angedacht, aber noch nicht spruchreif. Er selbst werde auch Geschäftsführer bleiben. „Wir haben zunächst eine Übergangszeit vereinbart, in der wir uns auch aus den Systemen von Enercon lösen werden, in die wir seit der Firmengründung 2005 tief integriert waren. Ich hoffe aber, dass ich auch weit über die Übergangszeit hinaus Geschäftsführer hier bleiben werde“, sagte Burkandt.