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Boßeln

Friesensportler verlegen ihre EM auf 2022

Die Corona-Pandemie wirbelt den Ablauf der turnusmäßigen Friesensport-Meisterschaften kräftig durcheinander. Bilder: Ortgies

Eine 90-minütige Videokonferenz brachte Klarheit: Alle fünf teilnehmenden Friesensport-Verbände sprachen sich für eine erneute Verlegung der Europameisterschaften aus. Vor allem den Nachwuchs treffen die Entscheidungen hart.

Meldorf - Nach 2020 müssen die Klootschießer und Boßler jetzt auch 2021 aus ihrem Terminkalender streichen. Ihre 16. Europameisterschaften wollen die Friesensportler nun vom 26. bis zum 29. Mai 2022 austragen. Einmütig haben die Vertreter aller fünf teilnehmenden Verbände bei einer 90-minütigen Videokonferenz am Donnerstagabend entschieden, die hochrangigen Titelkämpfe coronabedingt ein zweites Mal zu verschieben.

„Die Sitzung ist sehr gut und einvernehmlich gelaufen“, sagt Ernst Hinrich Reimers, der Vorsitzende des Verbandes Schleswig-Holsteinischer Boßler. In Dithmarschen und in Eiderstedt fungieren die Holsteiner als Gastgeber des Großereignisses. Nun müssen sich alle in noch größerer Geduld üben: „Alle sehen die Zeichen und wissen, dass es gar keinen anderen Ausweg gibt.“ Eigentlich wird der sportliche Höhepunkt alle vier Jahre ausgetragen. Zuletzt wurde 2016 in den Niederlanden um EM-Medaillen geworfen.

Die Boßler (hier Daniel Wurps) müssen derzeit auf ihre Wettkämpfe und aufs Training verzichten.

Sonderregelung für Jugend nicht verankert

Seit Donnerstag liegt die volle Zustimmung aller fünf Verbände und der International Bowlplaying Association als Veranstalter für eine EM in 2022 vor. Die dann eigentlich turnusmäßig anstehenden Deutschen Meisterschaften dürften auf 2023 verschoben werden. Bereits 2024 folgen die 17. Europameisterschaften in Neuharlingersiel, für die schon viel an Vorarbeit geleistet wurde. „Beim Termin 2024 bleibt es. Die Italiener wollen die Deutschland-Reise in zwei Jahren auch dazu nutzen, sich die Wettkampfstätten in Ostfriesland anzusehen“, weiß Reimers.

In den Gesprächen mit Italienern, Niederländern, Iren und FKV-Vertretern hörte Reimers, dass bei allen Verbänden Wettkämpfe und Training derzeit nur in eingeschränkter Form möglich sind. Bei einem EM-Termin im nächsten Jahr hätten demnächst Qualifikationen angestanden wie Buchungen für Anreise, Unterkünfte und Transfer mit Bussen. Jetzt aber herrscht Klarheit: „Für uns ist ganz wichtig, dass wir rechtzeitig eine Entscheidung treffen, damit alle Verbände in Ruhe arbeiten können“, sagt der VSHB-Vorsitzende. Den Sportlern, Zuschauern wie Förderern gegenüber sehen sich die Gastgeber in der Verantwortung: „Wir sind es ihnen schuldig, vernünftige Meisterschaften zu präsentieren.“

Die Verlegungen treffen die Jugendwerfer besonders hart. So verpassen die Nachwuchsasse der beiden Jahrgänge 2002 und 2003 ihre EM-Chance. Eine Sonderregelung, 19-Jährige unter besonderen Umständen noch als Jugendwerfer zuzulassen, wurde nicht in der Satzung verankert. Die EM-Qualifikation im FKV startet im nächsten Jahr neu.

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